Mikrozement in der Dusche – Umsetzung mit Punktabfluss oder Duschrinne: Ein Leitfaden für Endverbraucher und Fachfirmen
Die Gestaltung eines modernen Badezimmers mit Mikrozement erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Diese dünne, aber äußerst strapazierfähige Design-Beschichtung eignet sich perfekt für die fugenlose Gestaltung von Wänden und Böden, insbesondere in der Dusche. Doch ein solches Projekt erfolgreich umzusetzen, erfordert mehr als nur handwerkliches Geschick. Die fachgerechte Abdichtung, der Einbau eines Punktabflusses oder einer Duschrinne sowie die Berücksichtigung von DIN-Normen sind entscheidende Faktoren, die unbedingt beachtet werden müssen. Dieser Artikel bietet Ihnen wertvolle Hinweise und zeigt, wie Sie typische Fehler vermeiden können – egal, ob Sie Endverbraucher oder Fachfirma sind.
Mikrozement: Ideal für fugenlose Duschen
Mikrozement ist eine dünnschichtige Beschichtung, die sich ideal für Badezimmer eignet, da sie wasserabweisend, langlebig und optisch ansprechend ist. Besonders in Duschen sorgt der Einsatz von Mikrozement für ein modernes, fugenloses Design. Doch die Anwendung erfordert eine sorgfältige Planung und genaue Kenntnis der technischen Anforderungen. Die größte Herausforderung besteht darin, das Badezimmer so abzudichten, dass Feuchtigkeit keine Chance hat, in die Bausubstanz einzudringen.
Abdichtung nach DIN-Norm: Der wichtigste Schritt
Egal, ob Sie als Endverbraucher Ihr Badezimmer selbst gestalten oder als Fachfirma beauftragt sind – die fachgerechte Abdichtung ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. Eine undichte Dusche führt schnell zu teuren Schäden wie Schimmelbildung oder undichten Böden. Deshalb ist die Einhaltung der DIN-Norm für Abdichtungen in Nassräumen unerlässlich.
Wichtige Punkte zur Abdichtung:
• Verwenden Sie Abdichtungsbahnen oder Flüssigfolien, um die Flächen vor Feuchtigkeit zu schützen.
• An den Wasseranschlüssen müssen Sie Manschetten verwenden, die die Kalt- und Warmwasserleitungen sicher umschließen.
• Manschetten sollten in eine Flüssigfolie oder Dichtschlämme eingebettet werden, um eine optimale Dichtheit zu gewährleisten. Achten Sie darauf, dass die Übergänge glatt und eben sind, um eine spätere Abdichtung durch Mikrozement nicht zu gefährden.
Nach der Abdichtung tragen Sie das Mikrozement auf und versiegeln es mit einem PU-Lack. Besonders an den Wasseranschlüssen sollten Sie zusätzliche Sorgfalt walten lassen: Nutzen Sie transparente PU-Dichtungen von Marken wie Sika, um die Übergänge zwischen Mikrozement und den Anschlüssen zu schützen. Vermeiden Sie den Einsatz von Silikon, da dieses mit der Zeit porös wird und Feuchtigkeit durchlässt.
Punktabfluss oder Duschrinne – Die richtige Wahl
Einer der wichtigsten Aspekte bei der Gestaltung einer Mikrozement-Dusche ist die Wahl des Abflusssystems. Hier stehen Ihnen grundsätzlich zwei Optionen zur Verfügung: Punktabfluss oder Duschrinne. Beide Varianten haben ihre Vorzüge, aber auch bestimmte technische Anforderungen, die unbedingt erfüllt werden müssen.
Einbau eines Punktabflusses:
Falls in Ihrer Dusche bereits ein Punktabfluss vorhanden ist, sollten Sie sicherstellen, dass dieser für die Verwendung mit Mikrozement geeignet ist. Ein Punktabfluss ist eine beliebte Lösung, erfordert jedoch besondere Aufmerksamkeit bezüglich der Dichtigkeit. Ist der vorhandene Abfluss älteren Baujahrs oder weist er eine Sekundärentwässerung auf, besteht die Gefahr, dass Wasser unter den Mikrozementbelag gelangt und diesen beschädigt.
Tipp: Falls Sie unsicher sind, ob Ihr Punktabfluss geeignet ist, konsultieren Sie einen Fachmann, der das Abflusssystem prüfen kann.
Einbau einer Duschrinne:
Eine Duschrinne bietet eine elegante Lösung für moderne Bäder und passt hervorragend zu einem Mikrozementboden. Allerdings muss auch hier sichergestellt werden, dass die Duschrinne keine Sekundärentwässerung besitzt. Duschabläufe mit Sekundärentwässerung sind speziell für geflieste Böden entwickelt worden, um Wasser, das durch die Fugen dringt, in das Ablaufsystem zu leiten. Da Mikrozement jedoch fugenlos ist, dürfen solche Ablaufsysteme nicht verwendet werden.
Der Hersteller Dallmer bietet spezielle Ablaufsysteme ohne Sekundärentwässerung an, die für Mikrozement geeignet sind. Falls Sie eine Duschrinne eines anderen Herstellers verwenden möchten, sollten Sie diesen kontaktieren, um sicherzustellen, dass das System kompatibel ist.
Das Ablaufsystem für Mikrozement zugelassenen Duschrinne von Dallmer lautet “DallFlex”. Dieses Ablaufsystem ist speziell dafür entwickelt worden, um ohne Sekundärentwässerung mit dünnschichtigen Beschichtungen wie Mikrozement verwendet zu werden und eine zuverlässige Abdichtung zu gewährleisten.
Hersteller wie Combia und VIGOUR bieten Duschrinnen ohne Sekundärentwässerung an. Diese Duschrinnen sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, darunter superflache Modelle mit einem mittigen oder seitlichen Ablauf. Solche Systeme sind ideal für bodengleiche Duschen, da sie einfach in den Boden integriert werden können und verhindern, dass Wasser durch unkontrollierte Sekundärentwässerung unter den Belag dringt, was bei der Verwendung von Mikrozement problematisch sein könnte.
Eine Duschrinne ohne Sekundärentwässerung reduziert das Risiko, dass Wasser in die Estrichschicht gelangt, was dazu führen könnte, dass der Mikrozement aufweicht und sich ablöst
Warum die richtige Abdichtung so wichtig ist
Ein fehlerhaftes Abflusssystem kann schwerwiegende Folgen haben. Besonders ältere Abflüsse mit Sekundärentwässerung sind problematisch, da sie ursprünglich für Fliesen entwickelt wurden. Wird Mikrozement ala Bodenbelag verwendet, kann es zu einer Ablösung des Belags kommen, da das Wasser nicht wie vorgesehen abfließen kann. In solchen Fällen ist es ratsam, den Boden weiterhin zu fliesen und Mikrozement nur an den Wänden zu verwenden. An den Wänden ist die Verwendung von Mikrozement in der Regel unproblematisch, solange die Übergänge zwischen Wand und Boden ordnungsgemäß entkoppelt und abgedichtet werden.
Tipp: Achten Sie bei den Übergängen zwischen Wand und Boden darauf, diese ausreichend zu entkoppeln und mit einem PU-Dichtsystem, beispielsweise von Sika, abzudichten. Silikon sollte in Kombination mit Mikrozement generell vermieden werden.
Zusammengefasst:
Es ist enorm wichtig, dass Sie stets mit Ihrer ausführenden Fachkraft oder, wenn Sie selbst als Fachkraft tätig sind, die einzelnen Komponenten, die bereits in einem Badezimmer verbaut sind, mit den jeweiligen Herstellern abklären. Machen Sie sich ein umfassendes Bild über das gesamte Projekt, um potenzielle Fehlerquellen zu vermeiden. Insbesondere die fachgerechte Abdichtung nach DIN-Norm muss gewährleistet sein. Achten Sie darauf, dass das Ablaufsystem absolut dicht ist, um sicherzustellen, dass keine Feuchtigkeit in den Estrichbelag gelangen kann. Nur so können Sie eine langlebige und schadensfreie Umsetzung garantieren.
Unsere Unterstützung für Ihr Projekt
Ob Sie als Bauherr Ihr Badezimmer selbst gestalten oder als Fachfirma tätig sind – jedes Projekt ist individuell und stellt unterschiedliche Anforderungen. Um Ihnen den bestmöglichen Support zu bieten, haben wir eine umfangreiche Wissensdatenbank erstellt, die viele weitere Themen rund um Mikrozement und Badezimmerbau abdeckt.
Darüber hinaus bieten wir Ihnen einen persönlichen WhatsApp-Support an. Sie können uns jederzeit Ihre Fragen stellen und erhalten fachkundige Tipps und Ratschläge, um Fehler zu vermeiden. Egal, ob es um die Abdichtung, den Einbau von Abflüssen oder die Verarbeitung von Mikrozement geht – wir stehen Ihnen zur Seite.
Unsere Kontaktmöglichkeiten:
• WhatsApp-Support: 7 Tage die Woche für technische Fragen.
• Telefonische Beratung: Montags bis donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr.
Unsere Expertise hilft Ihnen dabei, Ihre Badezimmerprojekte erfolgreich und ohne Komplikationen abzuschließen. Lassen Sie uns gemeinsam sicherstellen, dass Ihr Badezimmer mit Mikrozement nicht nur optisch beeindruckt, sondern auch technisch einwandfrei umgesetzt wird.